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Ethnocineca 2017 Review


2017 brachte die ethnocineca in ihrer elften Festivalausgabe einmal mehr internationales Dokumentarfilmkino nach Wien. Ausgeweitet auf sieben Tage, feierten wir die Vielfalt und Aktualität zeitgenössischer Dokumentarfilme und speziell ethnographischer Filme gemeinsam mit unserem Publikum, zahlreichen internationalen Filmschaffenden und Gästen aus Kunst und Wissenschaft. 

Insgesamt liefen 54 Filme, darunter zahlreiche Welt- und Österreichpremieren, in unserem umfangreichen Hauptprogramm und den 5 Awardsektionen. In den 3 Wettbewerben IDA, EVA und ADA kürte unsere hochkarätige Jury die diesjährigen Gewinner und beim Nachwuchsförderpreis ethnocineca Student Shorts Award (ESSA) entschied einmal mehr das Publikum über den besten Film. Ein neues Highlight im Programm war die Publikumswahl des ersten International Shorts Awards (ISA) im Rahmen der Award Ceremony. Mit einem umfangreichen Rahmen- und Vermittlungsprogramm in Form einer Keynote, Podiumsdiskussion, Masterclass und zahlreichen Filmgesprächen luden wir zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Dokumentarfilm und unserem diesjährigen Festivalschwerpunkt Radical Minds ein.

Eine ausführliche Review (pdf) finden sie hier und bei Klick auf das Bild rechts! Wir wünschen einen angenehmen Sommer und melden uns wieder im Herbst mit dem Start unseres Call for Films für die Ethnocineca 2018!

Review

Filmklub


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Die Preisträgerfilme der Ethnocineca 2017

International Documentary Award (IDA):
VALENTINA von Maximilian Feldmann

Jurystatement: Der Film Valentina ist ein behutsames Portrait eines beeindruckenden Mädchens – an einem Rand der Gesellschaft, der uns weitgehend unbekannt ist, weil wir lieber wegsehen als uns mit den Lebensrealitäten von Roma zu konfrontieren. Der International Documentary Award geht an einen Film, der durch seine Unvoreingenommenheit, seine Ehrlichkeit und nicht zuletzt durch eine herausragende Kameraarbeit besticht: Valentina von Maximilian Feldmann. Die Jury gratuliert dem Regisseur und seinem Team herzlich für diese spannende und anspruchsvolle Arbeit und wünscht ihm alles Gute für weitere Arbeiten.

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Excellence in Visual Anthropology Award (EVA):
LES SAUTEURS - THOSE WHO JUMP von 
Moritz Siebert, Estephan Wagner, Abou Bakar Sidibé 

Jurystatement: The film is using a participatory approach (by handing the camera over to the main protagonist) and addresses a topic (migration) that are recurrently dealt with by many contemporary filmmakers (ethnographic and not) – yet Les Sauters offers a fairly unique insider perspective on the perils of border-crossing in today’s world. This film offers a valuable counterexample to many speculative documentaries which also attempt to address the question of migration and border-crossing. It is empathic, yet never rhetorical, and depicts the exercise of hope and repetition that engages large parts of the world’s population today.

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Austrian Documentary Award (ADA):
WHAT THE WIND TOOK AWAY von 
Helin Celik, Martin Klingenböck

Jurystatement: Eine Küche wird gebaut, ein Gemüsebeet angelegt, Ostereier gestaltet. So idyllisch das Miteinander, unterstützt von einer bemerkenswerten Kamerarbeit, einer sehr unmittelbaren Bildpoesie, auch scheinen mag, so tragisch sind die Umstände. Der Film führt uns in den Lebensalltag in einem Flüchtlingscamp, und nähert sich seinen Protagonisten und Protagonistinnen dabei mit ausgesprochener Behutsamkeit. Die Menschen erzählen von ihrer Flucht, vom knappen Entkommen, von ihren Ängsten, Leiden, aber auch Hoffnungen und Sehnsüchten. Die Ungewissheit nagt an ihnen, so sehr, dass die kleinen Freuden des Alltags noch größere Bedeutung erhalten. Und der Film lässt es sich nicht nehmen, diese Freuden auch zu zeigen.

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International Shorts Award (ISA):
RAKIJADA von Nikola Ilic

Publikumspreis. Pranjani, ein kleines Dorf in Serbien. Ein Fleischer, ein Mechaniker, ein Jäger und ein Obdachloser: alle bereiten sich auf die alljährliche Rakijada vor, ein Wettbewerb für den besten Trinker und den besten Zwetschkenschnaps. Ein Rakija nach dem anderen wird gekippt, bis keiner mehr steht. Rakijada ist ein beschwingter Film, der über die Schnapsolympiade Einblick in das serbische Landleben gibt.

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Ethnocineca Student Shorts Award (ESSA):
FUCK WHITE TEARS von Annelie Boros

Publikumspreis. Mit dem Vorhaben einen Film über Studentendemonstrationen in Südafrika zu machen, reist Annelie Boros nach Kapstadt. Doch sie erfährt nur Zurückweisung: Die (schwarzen) Studierenden wollen nicht, dass sie als Weiße einen Film über die vor allem schwarze Protestbewegung macht. Die Filmemacherin will verstehen warum und zeigt uns einen Film über einen Film, den sie nicht machen konnte. Es geht um Jahrhunderte lange ungleiche Machtverhältnisse in Südafrika, tief verwurzelten Rassismus und im Endeffekt um das Filmemachen an sich.

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