Donnerstag 22. 05. 2008
19:30 Uhr
Radowan-Halle
(Dokumentarfilm, Rumänien 2004, 93 min., Originalfassung mit englischen Untertiteln, Farbe, Regie: Dumitru Budrala)
Dieser Film begleitet über ein Jahr lang eine Roma-Großfamilie aus den Südkarpaten. Sie gehört zu einer Gruppe von Baesi-Roma, die in extremer Armut leben. "Ich kümmerte mich um meinen Mann und meine Kinder. Aber nun ist er tot. Wenn ich noch einen Esel hätte, würde ich ein Leben wie ein Mitglied des Parlaments führen." erklärt Turica. Sie und ihre Verwandten wandern von Dorf zu Dorf, um ihre selbstgemachten Besen und Körbe gegen etwas Essbares zu tauschen. Diese Wanderungen im Winter sind für sie überlebenswichtig, denn ansonsten haben sie kein weiteres Einkommen
Im Laufe des Films wird nicht nur ersichtlich, wie diese Familie es schafft ihre Existenz zu sichern, sondern auch warum sie es ablehnen, Land zu bebauen und wie sich ihre Beziehungen zu den rumänischen Schäfern und den reichen Baesii, die ebenfalls in ihrem Dorf leben und durch den Verkauf von Schmuckimitaten im Ausland viel Geld verdienen, gestalten. Es wird dabei klar, wie sich im Alltagsleben dieser Roma-Familie sowohl mythisches Denken als auch Religiosität aktivieren.
Dieser Film zeigt auf eindrucksvolle Weise all die Absurditäten und Schmerzen, die das harte Leben am Rande der Gesellschaft mit sich bringen, aber auch, wie die Menschen mit bewundernswertem Humor und Witz diesem schwierigen Leben entgegentreten.
“The film reaches the balance, so difficult to attain, between the process of investigation of a social scientist with an observational camera, and the intimate approach of an excellent documentary filmmaker, to portray complex characters, and capture dramatic scenes of their lives, like no feature film can do.”
Niel Johnson, Documentary Film Critic (UK)
Regie: Dumitru Budrala
Kamera: Dumitru Budrala
Schnitt: Cristian Melinte, Andrei Gavril
Produktion: Visual Anthropology Foundation
19:00 Uhr: Salaam Aleykum Copenhagen
21:15 Uhr: GentriFiction