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Keynote & Eröffnungsfest

 

Donnerstag, 04.05.2017, 19:00 Uhr | Votiv Kino, Gr.Saal 

KEYNOTE | Dr.in Michaela Schäuble, Assistenzprofessorin für Sozialanthropologie mit Schwerpunkt Medienanthropologie an der Universität Bern

RADICALISING REALISM IN DOCUMENTARY FILM

Zeiten wie diese, in denen von „fake news“, „alternative facts“ und „post-truth“ die Rede ist, beinhalten eine gesteigerte Nachfrage an Beweisen, Faktenbezogenheit und Realismus im öffentlichen Bewusstsein. Und tatsächlich floriert der Dokumentarfilm und wird als Genre erster Wahl all jener gehandelt, die der „Wahrheit“ auf der Spur sind. Dem Dokumentarischen wird nach wie vor eine verlässlichere und direktere Verbindung zu „dem Realen“ nachgesagt: Gründliche Recherche, Verifikation und Dokumentation sind gefragte Techniken und zahlreiche Dokumentarfilme zielen darauf ab, geheime Informationen offenzulegen, politisches Bewusstsein zu stärken und den ungehörten, marginalisierten Gruppen eine Stimme zu geben.

In der Einführung zum Sammelband Collecting Visible Evidence schreib Jane M. Gaines im Jahr 1999: „The Real Returns“. Aber wir oft kann „das Reale“, „das Echte“ in der Filmgeschichte noch wiederkehren? Und wo ist es, wo war es in der Zwischenzeit?

In ihrer Keynote Lecture untersucht Michaela Schäuble kritisch den filmischen Realismus und diskutiert Dokumentarfilm als demokratische Kunstform. Dabei spricht sie nicht von objektivierenden Dokumentationen als ein, von wissenschaftlicher Rationalität oder empirischen Fakten geprägtes, Werkzeug – Dokumentarfilm ist nie nur ein faktisches Protokoll oder simple Darstellung von Events, sondern vielmehr potentiell instrumentalisierend, um politische Teilhabe und Engagement zu kreieren oder radikale soziopolitische Transformation herbeizuführen.

Stattdessen fordert Michaela Schäuble die Ästhetik des Realismus heraus und greift die scheinbar gegensätzliche Beobachtung auf, dass sich die größten realistischen Filme immer auch der Emotion und erzählerischer Ambiguität bedienen - frei nach André Bazin’s berühmter Behauptung, dass im Bemühen, ihn zu erreichen, stets ein bestimmtes Maß an Realismus geopfert werden muss. Nach Jahrzehnten des radikalen Konstruktivismus ist es das radikalste Anliegen des Dokumentarfilms, die Wirklichkeiten hinter der Reichweite eben jenes Konstruktivismus in Angriff zu nehmen.

Vortragssprache: Englisch

 

Donnerstag, 04.05.2017, 22:00 | Votiv Kino, Café & Foyer

ERÖFFNUNGSPARTY

Im Anschluss an den Eröffnungsfilm Valentina laden wir zum feierlichen Festivalauftakt im Café und Foyer des Votiv Kinos.

Ein kleines Buffet sorgt für das kulinarische Wohlergehen und auch dieses Jahr dürfen wir den wunderbaren Wein der Familie Ebinger genießen. In bester ethnocineca Tradition wird es auch wieder eine Schnapsverkostung von Theresia und Josef Berger geben.

Auch musikalische Schmankerl dürfen nicht fehlen: Julian Horn (Club Atlantis) wird an den Plattentellern für einen beschwingten Start in die Festivalwoche sorgen.