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Filmklub

Monatlich zeigt der Filmklub ausgewählte Werke aus dem Archiv des Filmfestivals. Mit dieser Plattform bieten wir seit 2013 einen unkomplizierten Rahmen zur kritischen Diskussion und Reflexion von Dokumentarfilmen. Die Filme werden am letzten Donnerstag im Monat um 19.00 Uhr – bei entspannter Atmosphäre – gegen freie Spende angeboten.

Informationen zu den jeweiligen Filmen, eventuelle Terminänderungen und weitere News gibt es auch in unserem Newsletter.

Wir wünschen eine gute Projektion!

 

Kommende Termine

 

 

30.03.2017, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien
 

LAST FORAGERS STANDING 
Khaled Hakami | Thailand, Österreich 2016 | 26 Min. | kein Dialog

95% unseres Daseins haben wir Menschen als Jäger und Sammler zugebracht. Der Film zeigt das rezente Leben einer kleinen Gesellschaft im Regenwald, die angesichts der globalen Dominanz anderer Gesellschaftsformen eine der letzten sozialen Systeme dieser Art ist. Im Film selbst passiert nicht viel, wie auch im größeren Teil der Menschheitsgeschichte. Der anwesende Kameramann und Feldforscher wird versuchen zu erläutern, warum. Ein Abend für Jäger und Sammler.

Khaled Hakami ist Sozialwissenschaftler und stammt aus hiesiger Gesellschaft.

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20.04.2017, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien
 

DESCENDING WITH ANGELS
Christian Suhr | Dänemark 2013 | 75 Min. | OmeU

Ein dänischer Muslim in Aarhus ist besessen von unsichtbaren Geistern, so genannten Djinns: Descending with Angels erforscht zwei grundsätzlich entgegengesetzte Lösungswege zu demselben Problem. Glaube oder Biomedizin, islamischer Exorzismus oder Psychopharmaka? Das sensible Miteinbeziehen aller Beteiligten bringt einen reflexiven Prozess in Gang, der die Annäherung über vertraute kulturelle Grenzen hinweg erlaubt.

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Vergangene Termine

23.02.2017, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien
 

TRACES OF WAR: SCENES OF EVERYDAY LIFE IN A NON-EXISTING COUNTRY
Jana Richter | Armenien, Deutschland 2015 | 55 Min. | OmeU

Zwanzig Jahre nach dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan gibt es immer noch keinen Friedensvertrag für die umstrittene Region Nagorno Karabach. Die Armenier, die diesen Landstrich traditionell bevölkern, lassen sich jedoch nicht davon abbringen, mutig ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und auf eine friedliche Zukunft in einem anerkannten Staat hinzuarbeiten – auch wenn die Spuren des Krieges immer noch das Alltagsleben prägen.

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26.01.2017, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien
 

I’M NOT LEAVING ELDON
Jessica Bollag | USA, Schweiz 2015 | 49 Min. | OmeU

White Trash, Rednecks, Hillbillies – die Menschen in Eldon wissen, welche Stereotype ihnen anhaften. Das Dorf liegt im Bundesstaat Iowa, dem größten Produzenten von Mais und Soja in den USA. Doch multinationale Konzerne, die wichtigsten Arbeitgeber in der Region, zahlen schlecht – es droht soziale Verarmung. Also begnügt man sich mit wenig, feiert viel und bewaffnet sich lieber bis an die Zähne, anstatt Türen abzuschließen. Welcome to Eldon!

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15.12.2016, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien
Top 3 Filme ETHNOCINECA Student Shorts Award (ESSA) 2016

GEZOINDELACH
Efrat Berger | Israel 2015 | 28 Min. | OmeU

Der 19-jährige Yehuda wuchs in einer chassidischen Familie auf. Nach einer Phase der Zweifel und innerer Zerrissenheit beschließt er, das letzte Symbol seiner religiösen Vergangenheit, seine Gezoindelach (Schläfenlocken), abzuschneiden. Die Kamera folgt Yehuda und seinen Freunden auf ihren ersten Schritten in eine "neue" Welt. Ein eindringlicher Film über die Entscheidung für ein säkulares Leben mit all den damit verbundenen Folgen.
 
LA BESTIA
Gisela Carbajal Rodríguez & Konstantin Steinbichler | Mexiko, Deutschland 2015 | 29 Min. | OmeU

Sie faucht, sie rast und bahnt sich ihren Weg: La Bestia. So nennen MigrantInnen aus Zentralamerika jene Züge, auf die sie aufspringen und mit denen sie Mexiko durchqueren, um in die USA zu gelangen. Dieses Transportmittel ist Chance und Bedrohung zugleich, denn La Bestia gibt den Reisenden nicht nur Hoffnung, sondern nimmt manchmal auch ein Bein oder gar ein Leben. Dieses intensive filmische Porträt gibt ansonsten anonymen Menschen eine Stimme.
 
FELLOW TRAVELERS
Linas Mikuta | Litauen 2015 | 17 Min. | OmeU

Litauen im Dezember, ein dunkler Wintertag. Unabhängig voneinander erzählen drei AutostopperInnen über ihr Leben, ihre Perspektiven, ihre Wünsche. So verschieden die Persönlichkeiten, so verschieden die Ansichten und Erlebnisse, deren Schnittmenge ein faszinierendes Bild der Gesellschaft Litauens entwirft. Ein Plädoyer für das Leben mit all seinen positiven und negativen Facetten. Eine einfache Idee, die in einem großartigen Film resultiert.

24.11.2016, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien
 

DOUBLEFEATURE:

MINOR BORDER
Lisbeth Kovacic | Österreich 2015 | 25 Min. | OmeU
Gewinnerfilm Austrian Documentary Award (ADA)

Auf dem Papier sind die Grenzkontrollen zwischen Österreich und Ungarn längst Geschichte. Desolate Zollanlagen werden abgebaut oder verwahrlosen. Während die Kamera diese Prozesse in den Fokus rückt, werden Interviews mit AnwohnerInnen und TransitmigrantInnen zu einem inszenierten Gedankenaustausch über die vermeintliche Bewegungsfreiheit in Zeiten von Schengen montiert. Eine subtile Ortserkundung im filmischen Grenzland von Fakt und Emotion.


ENFIN J'AVAIS QUITTÉ LE BLED
aufenthaltsraum | Österreich 2013 | 40 Min.

VORFILM: VOYAGE A L'INCONNU
aufenthaltsraum | Österreich 2013 | Kinospot | 30 Sek.


"Und wenn sie mir keine Papiere geben? Das ist mir egal! Ich bleibe! Ich bin ein professioneller Harrag!"

'Harraga' brechen mit dem Regime der nationalstaatlich sanktionierten Identität: Mit dem arabischen Wort bezeichnen sich Menschen, die ihre Ausweise oder Pässe verbrennen und oft genug auch ihre eigene Jugend. Nicht nur um übers Mittelmeer oder andere Routen nach Europa zu reisen, sondern auch um irgendwo anders als im 'Bled' - dem Ort ihrer Jugend und Herkunft - ihr Glück zu finden. Sie brechen mit fundamentalen Regeln, wenn sie sich dem Blick entziehen und sich unwahrnehmbar machen. So werden sie innerhalb der löchrigen und aufgeschreckten Festung Europa zum Objekt von Statistiken und medialen Darstellungen, wie zuletzt etwa vor der pelagischen Insel Lampedusa. Der Kurzfilm 'Und schließlich bin ich abgehauen!' durchbricht diese Repräsentationen. Der von der Gruppe aufenthaltsraum, bestehend aus Harragas und Europäer_innen, erarbeitete Film lässt uns ihre Stimmen vernehmen: Sie erzählen von den täglichen Polizeischikanen, denen Harraga ausgesetzt sind, vom Leben auf der Flucht vor den eigenen Fingerabdrücken und vom ungebrochenen Wunsch nach einem Leben in Freiheit. 
Konsequent bleiben im Film die Sprechenden unsichtbar. Die Montage trennt Gesichter und Stimmen und wird zu einem kollektiven Porträt einer Bewegung im Raum, die sich dem Grenzregime Europas entziehen will. Während wir die Erzählung eines Mannes aus Dakar hören, blicken wir aus einer Schnellbahn, die Wien mit dem Vorort Traiskirchen verbindet, wo sich ein staatliches Lager für Asylsuchende befindet. Während wir die Stimme eines Mannes aus Oujda hören, flieht der Asphalt einer österreichischen Straße an uns vorbei: Konkrete Bewegungen im Raum und Stimmen. Nur einer, Yassine Zaaitar, tritt vor die Kamera und wagt es, sein Gesicht und seine passionierte Rede der Öffentlichkeit auszusetzen  und interviewt die anderen.

 

 

20.10.2016, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

BINTOU
Simone Catharina Gaul | Burkina Faso, Deutschland 2015 | 64 Min. | OmeU
Gewinnerfilm Excellence in Visual Anthropology Award (EVA)

Bintou lebt in Burkina Faso und träumt von einer Karriere als Schneiderin in Europa. Mit diesem Ziel vor Augen verliert sie trotz prekärer Lebensumstände nicht die Hoffnung und spart jeden Cent für ihre Zukunft und die ihrer Tochter. Die Nähe zwischen Filmemacherin und Protagonistin ermöglicht das Porträt einer starken Frau, deren Hoffnung auf ein besseres Leben umso beeindruckender wird, je mehr sich das Geheimnis ihrer Vergangenheit lüftet.

Website

15.09.2016, 19:00
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

FEST OF DUTY
Firouzeh Khosrovani | Iran 2014 | 60 Min. | OmeU
Gewinnerfilm International Documentary Award (IDA)

Firouzeh Khosrovani begleitet, die Kamera geschultert und mit bemerkenswert intuitivem Gespür, zwei 9-jährige Mädchen während des Fest of Duty in Teheran. Das Fest, bei dem sie über ihre religiösen Pflichten aufgeklärt werden. Acht Jahre später kehrt die Regisseurin nach Teheran zurück. Während Maryam den Hijab mit voller Überzeugung trägt, träumt Melika davon, einmal eine berühmte Schauspielerin zu werden. Nicht nur ein "Coming of Age" Film, der an der Seite von zwei Mädchen über das Erwachsenwerden und die Vielstimmigkeit von Religion erzählt, sondern auch auf sehr einfühlsame und lebendige Weise die Bedeutung von Familie im religiösen Zusammenhang erforscht.

 

21.04.2016, 19:00

Volkskundemuseum Wien, 
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

ICAROS
Georgina Barreiro | Peru, Argentinien 2014 | 71 Min. | OmeU

Wie Mensch und Natur im sensiblen Gleichgewicht einer kosmologischen Ordnung zueinander stehen, bleibt im Alltagsleben unergründet. Nicht so in der spirituellen Welt der Shipibo Indianer im peruanischen Amazonasgebiet, die sich dem Zuseher hier bildstark erschließt. Mit Hilfe eines Schamanen und seiner Mutter, Meisterin der Heilkunst, studiert der junge Mokan Rono in der Abgeschiedenheit des Waldes das traditionelle Wissen über die Heil- und Ritualpflanze Ayahuasca. Eine Einladung in eine faszinierende Reise durch Zeit und Raum.

17.03.2016
KINGS OF THE WIND AND ELECTRIC QUEENS
Cédric Dupire, Gaspard Kuentz | Indien, Frankreich 2014 | 56 Min. | OmeU

Das Sonepur Volksfest in Bihar (Indien), gleichsam Viehmarkt und gigantischer Rummelplatz, öffnet seine Pforten: Es ist ein Ereignis wie kein anderes – ein magisches und farbenprächtiges Treiben, getragen von einer bunten Menge an Tänzerinnen, Exorzisten, Stuntmen, Elefantendompteuren und Pferderennen. Begleitet von ekstatischen Trommelgeräuschen bewegen sie sich durch die staubige und heiße Luft Bihars. Ein Film voll sinnlicher Extravaganz, der in seiner Bedeutung vielschichtiger nicht sein könnte. 

18.02.2016

HINTERWELTEN
Lion Bischof, Jonas Heldt, Felicitas Sonvilla | Deutschland 2014 | 46 Min. | OmdU 

Ein verliebter Skinhead, seine Freundin, die nach Berlin will, und zwei Metalldiebe auf Streifzug nach Crystal Meth und Kupfer. Ein zurückgezogener und zugleich schillernder Lebenskünstler, der mit seinen Parties Glanz ins Grau holt und seine Freundin, die einfach nur die Liebe finden will – sie alle wirken verloren in diesem rätselhaften deutschen Landstrich an der Grenze zu Tschechien. Episodenhaft erzählt Hinterwelten Geschichten Jugendlicher auf dem Land und nimmt die ZuschauerInnen mit auf eine Sinnsuche mit offenem Ende. 

21.01.2016

LAST STOP
Julie Shles | Israel 2014 | 77 Min. | OmeU

Ein weites und bedrohliches Labyrinth liegt im Herzen Tel Aviv’s: die Central Bus Station. In der Busstation und ihrer Umgebung leben Tausende neu angekommene Geflüchtete, ArbeitsmigrantInnen und verarmte jüdische Familien. Das „Labyrinth“ ist ihr Lebensmittelpunkt. Das Chaos regiert und rassistische Übergriffe gehören zum Alltag. „Last Stop“ nähert sich mit einem multiperspektivischen Ansatz den oft prekären Lebensrealitäten seiner ProtagonistInnen und vermag es, die einzelnen Menschen und ihre Schicksale eindringlich näherzubringen.

17.12.2015

FOUR YEARS OF NIGHT
Itamar Alcalay | Israel 2013 | 54 Min. | OmeU

“Am I a traitor? Obviously.” In den späten 1970er Jahren verbrachte der jüdische Photograph Esaias Baitel vier Jahre mit einer Pariser Neo-Nazi Gruppe. Seine wahre Identität versteckend, erwarb er ihr Vertrauen und lebte im Kreise der Gang-Mitglieder, wo er intime Porträts ihres alltäglichen Lebens erstellte. Jahrelang führte der junge Familienvater so ein Doppelleben, indem er trotz großen Unverständnisses Nähe und Vertrauen zu diesen jungen Menschen aufbaute. Trotz der grauenvollen Taten, von denen er Zeuge wurde, porträtierte er sie als Individuen mit Hoffnungen, Wünschen und Geschichten. Daraus entstand eine einzigartige Kollektion fesselnder Photographien und begleitendem Audio-Material, das einen Einblick in die komplexe menschliche Natur und die fast unmögliche Koexistenz von Toleranz und Intoleranz erlaubt. Diese Situation kreierte eine derart komplexe Position für den jungen Photographen, die ihn letztendlich mit einem inneren Konflikt zurückließ, über den er nun, mehr als dreißig Jahre danach, reflektieren kann. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart, in expressivem Schwarz und Weiß, erzählt „Four Years Of Night“ von der Suche eines jungen Künstlers nach Bedeutung und Menschlichkeit. 

19.11.2015

DONKEYMENTARY – Life through the eyes of a donkey
Arman Yeritsyan, Vardan Hovhannisyan | Armenien 2012 | 52 Min. | OmeU

Dies ist eine Donkeymentary – ein humorvoller Dokumentarfilm über eine kleine Insel mit vielen Eseln. Lamu, vor der Küste Kenias, ist das zu Hause von 24.000 Menschen, 6.000 Eseln, nur zwei Autos und einem 14-jährigem Eselrennchampion, Shee Famao, dessen größter Lebenstraum nichts mehr ist, als einen eigenen Esel zu besitzen. Shee, einer der bekanntesten Buben in Lamu, ist dreifacher Sieger der berühmten Eselrennen der Insel, einem Ort, wo jeder unermeidlich im Eselverkehr stecken bleibt, wo die größte humanitäre Organisation ein Eselspital ist und diese Tiere den Schlüssel für den Lebensunterhalt der meisten BewohnerInnen darstellen.
Aber das Leben von Shee ist voller Kontraste, er ist der beliebteste aber auch der ärmste Bub auf der Insel, er ist ein Schulkind gefangen in der Verantwortlichkeit eines „ernährenden Vater“ für seine Familie, ist er ein Krimineller, der von seiner Gemeinschaft und sogar der Polizei respektiert wird. Er ist der Held der Insel aber ohne sein siegreiches Pferd – den Esel!

15.10.2015

WHAT IS A PEOPLE WITHOUT LAND?
Kathrin Gradt, Erwin Schweitzer, Martin Lintner | Südafrika, Österreich 2015 | 60 Min. | Omdu  

Viele SüdafrikanerInnen betrachten Land als Grundlage für ökonomische Entwicklung, kulturelle Entfaltung und selbstbestimmte Identität. Seit der Einführung der Demokratie in Südafrika 1994 können Menschen, deren Land durch Kolonialismus und Apartheid geraubt wurde, dieses wieder zurückfordern. Der Dokumentarfilm zeigt wie die Griqua, eine indigene Gruppe, die neuen rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um für die Rückgabe des Landes ihrer Ahnen zu kämpfen. Anhand mehrerer Fallbeispiele in verschiedenen Regionen Südafrikas illustriert der Film die starke emotionale Bindung einzelner Griqua an ihr Land. Gleichzeitig verdeutlichen diese Fälle den Zusammenhang zwischen Landrechten und der Ausübung der eigenen Kultur, entwicklungspolitischer Themen, Bildung, Einkommensmöglichkeiten sowie Spiritualität.

17.09.2015

der Filmklub der ETHNOCINECA meldet sich am 17. September mit einem aktuellen Thema aus der Sommerpause zurück: Österreich hat sich in diesen Tagen, Anfang September 2015, von seiner menschlichsten Seite gezeigt. Die syrischen Flüchtlinge, die meisten davon auf der Weiterreise nach Deutschland, wurden herzlich aufgenommen und eine Welle des "zivilen Ungehorsams" hat Wege und Möglichkeiten geschaffen, wo vorher keine waren. Wie es nun weiter geht, ist und bleibt unklar - eine Einigung auf europäischem Level scheint vorerst in weiter Ferne. Somit ist auch weiterhin für all jene Flüchtenden - ob aus Syrien, Afghanistan, Pakistan oder anderen Ländern - die es gar nicht bis hierher schaffen, keine Besserung der Lage in Sicht.
Anlässlich dieser Umstände zeigen wir den international erfolgreichen Film "Leaving Greece" von Anna Brass (aus der Film- und Fernsehhochschule München) aus dem Jahr 2013, in dem sie sich konkret mit den Flüchtlingsschicksalen dreier junger Männer auseinandersetzt. Ganz ohne große Gesten hat sie diese in einen sensiblen und einfühlsamen Film verpackt, der - leider - heute noch genauso aktuell ist, wie vor zwei Jahren. Alle Spenden die an diesem Abend eingenommen werden, kommen über die Caritas den Flüchtenden zu Gute.

LEAVING GREECE
Anna Brass | Griechenland, Deutschland 2013 | 79 Min. | OmeU

Drei junge afghanische Flüchtlinge sind, wie tausend andere, vor den Toren Europas gestrandet. In einem abgeschiedenen Haus an der griechischen Küste versuchen sie seit drei Jahren den Teufelskreis der europäischen Asylpolitik zu durchbrechen. Mit viel Gespür für die notwendigen Kleinigkeiten erzählt dieser Film nicht nur von aktuellen politischen Fragen, sondern auch von dem täglichen Hoffen und Bangen dieser Menschen, für die Europas bürokratische Mühlen zu langsam mahlen und deren Zukunft mehr als ungewiss ist.
Eintritt: freie Spende (die Einnahmen des Abends gehen gesammelt an CARITAS Österreich um Unterkünfte für Flüchtlinge zu ermöglichen)

16.04.2015

OUR MISSIONARIES
Martin Gruber | Guinea 2013 | 8 Min. | OmeU

Ein Dorf an der westafrikanischen Küste Guineas. Christliche Missionare hatten sich hier niedergelassen, um das Christentum in die islamisch geprägte Region zu bringen. Die Dorfbewohner haben gute Erinnerungen an ihre Besucher und die gemeinsame Zeit.  Trotzdem waren sie nach einigen Jahren wieder verschwunden – und haben viele ihrer Habseligkeiten zurückgelassen. Our Missionaries erzählt die Geschichte einer missverstandenen interkulturellen Begegnung anhand der Erinnerungen der Dorfbewohner und dem materiellen Vermächtnis der Missionare. 

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FRAMING THE OTHER
Ilja Kok, Willem Timmers | Äthiopien, Niederlande 2011 | 25 Min. | OmeU 

Die Mursi leben im Flussbett des Omo im ostafrikanischen Staat Äthiopien. Die Frauen der Mursi sind bekannt dafür, dass sie große Teller in ihre Unterlippen einsetzen und reich dekorierte Ohrringe tragen - Körperschmuck, der in den letzten Jahren zur Touristenattraktion geworden ist. Jedes Jahr kommen hunderte westliche Touristen, um die ungewöhnlich geschmückten Mursi zu sehen und zu fotografieren - mittlerweile Haupteinnahmequelle für die lokale Bevölkerung. Je exotischer, umso mehr Geld sind die Touristen bereit zu bezahlen. Durch die übertriebene Darstellung der Gewohnheiten und Lebensabläufe beginnt sich auch die traditionelle Kultur aufzulösen. Framing the Other portraitiert die komplexen Beziehungen zwischen Tourismus und Gemeinschaften vor Ort, exemplarisch veranschaulicht anhand der intimen Gespräche mit einer Mursi Frau aus Südäthiopien und einer niederländischen Touristin, die sich auf ein Zusammentreffen vorbereiten. Der humorvolle und gleichzeitig unangenehme Film zeigt den zerstörenden Charakter, der dem Tourismus innewohnt und stellt Fragen nach Gleichgewicht und Macht.

19.03.2015

SINCE I WAS BORN
Laura Delle Piane | Palästina, Frankreich 2013 | 54 Min. | OmeU

Dheisheh Flüchlingslager, West Bank. Über 13 000 Menschen leben auf 1,5 km2. Einer von ihnen ist der elfjährige Tamer. Wie alle Kinder in diesem Lager, träumt Tamer von der Befreing seines Landes schlüpft beim Spielen bereits in die Rolle eines Widerstandkämpfers. Sein Vater und großes Vorbild versucht ihn von den Gefahren des Lebens unter Israelischer Besetzung zu beschützen, möchte ihm aber auch bei der Erfüllung seines Traumes zu helfen: Tamer möchte das Meer sehen. Es ist nur 40 Kilomerter entfernt, aber auf der anderen Seite der Mauer.

19.02.2015

THE BASTARD SINGS THE SWEETEST SONG
Christy Garland | Guyana, Kanada, Dänemark 2012 | 71 Min | OmeU

Muscle ist ein vielbeschäftigter Mann in Georgetown, Guyana. In der Hoffnung seiner Familie eines Tages besseres zu ermöglichen, schlägt er sich mit der Aufzucht von Kampfhähnen und Singvögeln durch. Wenig erfolgreich versucht er außerdem, seine Mutter Mary vom Trinken abzuhalten. Die 74-jährige Frau ist eine leidenschaftliche Poetin voller Witz und Verstand und ihre Familie lauscht ihr bewundernd, wenn sie ihre alten Gedichte rezitiert. Doch nachts schleicht sie sich immer wieder aus dem Haus auf der Suche nach einem guten Tröpfchen, das ihr hilft zu vergessen. Muscles Bemühungen um seine Mutter werden zunehmend auf die Probe gestellt, bis er sich gezwungen sieht, härtere Maßnahmen zu ergreifen.


15.01.2015

SPIRITS OF ENVY
Helene Basu | Indien/Deutschland 2013 | 83 Minuten | OmeU

In vielen Kulturen und Religionen wird Neid als moralische Bedrohung für menschliche Bindungen und persönliches Wohlergehen verstanden. In Indien konvergieren hinduistische und islamische Vorstellungen von Neid als einer aggressiven Macht, die in Ritualen schwarzer Magie praktisch zur Anwendung gebracht wird. Prof. Dr. Helene Basu erkundet den moralischen Diskurs von schwarzer Magie und die Praktiken rituellen Heilens, die mit Gebeten und Trance arbeiten. Ein mitreißender ethnographischer Exkurs in ungewohnte Bilderwelten, die neue Perspektiven auf menschliche Unzulänglichkeiten und die Zusammenhänge von Missgunst, Schuldgefühlen und Ängsten erlauben.