Rahmenprogramm 2023

KEYNOTE 2023

A METHODOLOGY OF LOVE: ON FEMINIST, QUEER AND ETHNOFICTION FILMMAKING

Mariangela Mihai
Western Washington University & Georgetown University

DONNERSTAG, 04.05. | 18:30 Uhr
Votiv Kino, Gr. Saal | TICKETS (Freier Eintritt)

© Himadri Bhuyan

Wie sieht eine intersektionale, feministische und queere Methodologie der Liebe und Care aus? Was bedeutet es, Wissen in Körpern, Stimmen, Landschaften und Traumwelten zu verorten, von denen es geformt und geprägt wird? Welche Möglichkeiten und Verschleierungen bietet das Filmschaffen jenen von uns, deren politische Positionierungen in einer Echokammer von Vulnerabilität und Dis/Empowerment verfangen sind? 

Im Eröffnungsvortrag untersucht Mariangela Mihai, was es bedeutet, marginalisierte Erfahrungen und Stimmen durch eine Filmpraxis in den Mittelpunkt zu stellen, die die ethnographische Methode hochhält, und sie dennoch immer wieder strategisch aufgibt. Sie fragt, wie Anthropolog*innen und Filmemacher*innen sich an einer Ethik der methodischen Praxis von Care orientieren können, die sich einen intimen, zwischenmenschlichen und ehrlicheren Austausch von Wissen zum Ziel setzt. Und wie kann ein solcher Ansatz zu einer aufrichtigeren Zusammenarbeit führen, die die Gesprächspartner*innen durch dekolonisierende und horizontale Machtverschiebungen zu tatsächlichen Partner*innen und Mitgestalter*innen macht. Den Mehrdeutigkeiten, fehlenden Antworten, Verweigerungen und dem allgemeinen Durcheinander nachgehend, die die ethnographische Methode mit sich bringt, fragt Mihai schließlich: Könnte Ethnofiktion uns letztlich retten?

Eröffnungsvortrag in englischer Sprache.

Biographie

Mariangela Mihai is a multimodal ethnographer, transmedia storyteller, and filmmaker. Her work builds on decolonial, queer, and feminist sensory ethnography methods to understand Indigenous resistance, borderland disputes, and refugee issues on the India-Bangladesh-Myanmar-China borderlands and in „the Balkans.” Mariangela’s latest media projects include I Am A Whisper, My Dear, a collaborative ethnofiction film exploring LGBTQIA+ activism on the Southeast Asian borderlands; and, Anatomically, the heart is always incorrect, a multimedia play that uses autoethnography, poetry, animation, and digital storytelling to explore Eastern-European embodiment, politics, and heritage. Her media work has screened at international film festivals, universities, museums, and public and art institutions in Athens, Bangkok, Chiang Mai, Paris, New York, Yangon, New Orleans, Los Angeles, DC, and San Jose. Mariangela is co-founder of Ethnocine Film Collective and board member of The Society for Visual Anthropology. She is an Assistant Professor in Anthropology and WGSS at Western Washington University, currently completing a Postdoctoral Fellowship in Global Media & Film at Georgetown.