2010

TABAKMÄDCHEN

TABAKMÄDCHEN

Biljana Garvanlieva | Makedonien 2009 | 30 Min. | OmeU  

Mümine ist vierzehn und lebt mit ihrer Familie vom Tabakanbau in den Bergen Makedoniens. Es ist die einzige Einnahmequelle in dieser Region, und es heißt allgemein, dass dieser Tabak der beste der Welt sei. Mümine soll heiraten und für 3000 Euro an ihren zukünftigen Mann verkauft werden. So ist es Sitte bei den Yörüken, einem türkischen Volk, das mit den Osmanen vor 600 Jahren nach Südosteuropa kam und heute immer noch in den Bergen Makedoniens lebt. Aber Mümine wehrt sich gegen diese Tradition. Sie würde fliehen, um den zu heiraten, den sie liebt. Für diesen Fall droht die Mutter ihr jedoch, sie zu verstoßen.

Der Film zeigt Mümine in ihrem Dorfalltag, bei der harten Arbeit und den Spaziergängen mit ihrer Freundin durch das Dorf, bei denen sie heimlich Jungs treffen. Außer „Anschauen“ ist vor der Ehe nichts erlaubt. Im Kreis der Familie wird ihre Zukunft pragmatisch verhandelt. Nur bei ihrem jüngeren Bruder und ihrer älteren Schwester kann sie ihr Herz öffnen. 

Mümine träumt davon, wie ihre Schwester eine Schule in der Stadt zu besuchen. Sie weiß, dass ihr sonst nichts anderes übrig bleibt, als ihr Leben lang auf dem Tabakfeld zu arbeiten und Kinder zu kriegen. Wird sie weiter auf das Gymnasium gehen dürfen, um sich vom traditionellen Dorfleben zu befreien?Der Film begleitet Mümine auf ihrem Weg, ihren Platz im Leben – zwischen Tradition und Moderne – zu finden und gibt dabei einen berührenden Einblick in die Kultur der Yörüken, dieser unbekannten Minderheit